Wein-Jahr Robert Weil

Robert Weil zum Wein-Jahr 2017

Das Jahr 2017 begann auch in den Lagen von Robert Weil mit sehr niedrigen Temperaturen. Bei Tiefstwerten von bis zu minus 10 Grad Celsius konnte noch der Eiswein Jahrgang 2016 erfolgreich mit sehr guter Qualität gelesen werden.

Aber schon schnell wendete sich das Blatt: die Monate Februar, März und die ersten Apriltage waren viel zu warm, wodruch der Austrieb mit Mitte April zwei Wochen früher, als im langjährigen Mittel stattfand.

Spätfrost im April

Ende April folgte dann der erste große Schreck: das Rheingau wurde an einigen Standorten extrem durch Spätfröste heimgesucht. Dabei blieben die Berglagen in Kiedrich durch das Abfließen der Kaltluft jedoch unbeschadet. Ab Mitte Mai wurde es dann durchaus sommerlich, die Natur nahm gute Fahrt auf und schon Anfang Juni setzte die Blüte knapp zwei Wochen früher als im Mittel ein.
Die anschließende Blüte ging gleichmäßig und ohne Verrieselungen vonstatten und die Kiedricher Berglagen erfreuten in voller Pracht.

Dann der zweite Schreck: in der Nacht vom 31. Juli auf 1. August zog unverhofft ein verheerendes Unwetter mit Hagel und Sturmböen über das Rheingau und im Besonderen über den mittleren Rheingau. Dabei blieben die Kiedricher Berglagen glücklicherweise weitestgehend verschont. Somit setzte um den 10. August in den Weinbergen die Reife der Rieslingtrauben knapp zwei Wochen früher an, als im langjährigen Schnitt. Die hingebungsvolle Pflege der Reben über den August und September sorgte dafür, dass die Trauben in einem sehr guten Zustand blieben. Bis Ende September konnte eine perfekte physiologische Reife erreicht werden.

Bis Ende Oktober erstklassige Auslesen

Dann war es eilig, die Trauben bei Öchslegraden über 80 Grad und sehr feiner reifer Säure schnell einzubringen. So entstanden perfekte Gutswein- und Ortsweinqualitäten. Mit weiterer Hängezeit der Trauben wurden schnell die 90 Grad Öchsle überschritten, so dass bereits in der ersten Oktoberhälfte die ideale Ausreifung für die großen, trockenen Weine in den Spitzenlagen erreicht war.
Unmittelbar schloss somit die Auswahl der Spät- und Auslesen an und mit Stolz und Freude konnte man bis Ende Oktober auch erstklassige Beeren- und Trockenbeerenauslesen selektionieren. Der Jahrgang 2017 ist damit der 29. in ununterbrochener Folge mit Auslesen, Beerenauslesen sowie Trockenbeerenauslesen auf Weingut Robert Weil.

Nach einem äußerst anstrengenden und wechselhaften Vegetationsverlauf hat sich somit doch noch ein Jahrgang mit hervorragender Güte gezeigt.
Obwohl die Erntemenge 15% unter dem langjährigen Schnitt lag, kann im Vergleich zu vielen anderen Winzerkollegen von einer durchaus überschaubaren Ernteeinbuße gesprochen werden.